Kung-Fu ist ein Sammelbegriff für alle traditionellen chinesischen Kampfkünste. Obwohl der Begriff "Kung-Fu" vor allem in Europa heutzutage sehr bekannt ist, benutzen die Chinesen eher die Bezeichnung "Wu Shu", was so viel heißt wie "Kriegskunst". Kung-Fu ist ein allgemein gehaltener Begriff. Übersetzt heißt es "harte Arbeit".
Kung-Fu muss eigentlich in zwei große Gruppen unterteilt werden. Was wir heute darunter verstehen ist nur eine dieser Gruppen, die sogenannten harten Stile. Diese harten Stile (der bekannteste ist das klassische Shaolin-Kung-Fu) - auch äußere Stile genannt - sollen den Körper stählern. Durch das harte körperliche (äußere) Training in Verbindung mit Meditation, viel Disziplin und einer philosophischen Lehre erreichen die Kung-Fu-Kämpfer eine Vereinigung von Körper, Geist und Seele.
Die sogenannten inneren (weichen) Stile hingegen haben als primäres Ziel die Stärkung der inneren Energie (Ch'i) - auch Lebensenergie genannt. Die Bewegungen werden hier weniger kraftvoll, sondern langsam mit viel Geschmeidigkeit und Konzentration ausgeführt. Auch die inneren Stile führen zu einer Vereinigung von Körper, Geist und Seele.
Auch wenn Kung-Fu in der modernen Welt zu einer Sportart bis hin zu einer Wettkampf-Sportart geworden ist, so ist die ursprüngliche Bedeutung doch anders. Nimmt man körperliches Training, Disziplin, Geschichte, Philosophie und Meditation dazu, so ist Kung-Fu viel mehr eine Art zu Leben - ein Lebensweg.
Die ersten Ursprünge des Kung-Fu zu suchen ist ebenso töricht wie der Versuch, Aufzeichnungen von der Entstehung der Menschheit zu suchen. Erwiesen ist, dass die Menschen schon vor über 3000 Jahren Kampfkünste ausübten. Hier handelte es sich jedoch um Streitwagenkämpfe, Bogenschiessen oder Gladiatorenkämpfe.
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Relativ sicher ist heute, dass die Entwicklung des Kung-Fu so wie wir es heute kennen ca. 520 n.Chr. begann. Damals reiste der indische Mönch Bodhidharma nach China in das berühmte buddhistische Kloster "Shaolin". Dort gründete er den Ch'an-Buddhismus. Ch'an heißt übersetzt Meditation und diente den Mönchen als Weg zur Erleuchtung. |
Bei den oft wochenlangen Meditationen unter anderem in Höhlen und auf harten Steinen, bei denen die Mönche einfach regungslos saßen, wurden die Körper steif und unbeweglich. Um anschließend den Bewegungsapparat wieder zu mobilisieren, wurden 18 gymnastische Übungen entwickelt, die die müden Körper wieder auffrischen sollten. Diese Übungen waren bereits eindeutig Kampfübungen.
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Im Laufe der Jahre kam es immer wieder vor, dass Mönche des Klosters von Dieben oder sogar Tieren angegriffen wurden. Aus diesem Grund wurden die Kampfübungen weiterentwickelt zu einem System von Techniken, die den Mönchen zu ihrem eigenen Schutz dienten. Die sonst friedlichen Geistlichen konnten sich nun gegen ihre Angreifer behaupten. Schon bald galten sie als unbesiegbar. Diebe trauten sich kaum noch an sie heran. |
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Für die Weiterentwicklung der Kampfkunst machten die Mönche Beobachtungen an Tieren, um festzustellen, wie diese sich gegen ihre natürlichen Gegner verteidigten. Aus diesen Studien entstanden die Tierstile wie der Tiger- oder Schlangenstil. Hieraus wurde dann der Drachenstil entwickelt, der die Essenzen aller Tierstile enthält.
Als Kung-Fu in China bekannt wurde und nicht mehr nur im Shaolin-Tempel unterrichtet wurde, änderten sich die Übungen sehr stark. Dies führte dazu, dass über 1500 heute bekannte Kung-Fu-Stile entstanden und wahrscheinlich noch viele mehr, die nie an die Öffentlichkeit kamen. Viele Familien hatten ihren eigenen Kung-Fu-Stil.